Soziale Begleitung von Menschen mit psychischen Erkrankungen
und in psychotischen Lebensphasen

Mitgefühl. Wertschätzung. Achtsamkeit.

„Wende Dein Gesicht der Sonne zu und der Schatten fällt hinter Dich“

Chögyam Trungpa Rinpoche

Während unseres gesamten Lebens werden wir alle auf die eine oder andere Weise mit Herausforderungen konfrontiert, die unsere geistige und emotionale Gesundheit belasten.

Laut WHO ist einer von vier Menschen in Europa diesen Anforderungen phasenweise nicht gewachsen und erkrankt an einer diagnostizierten psychischen Erkrankung.

In dieser Situation eine Hilfestellung zu finden, die die grundlegende, jedem Menschen innewohnende geistige Gesundheit würdigt, kann äußerst hilfreich sein.

Der Windhorse-Ansatz

Der Windhorse-Ansatz geht von dem Konzept der grundlegenden geistigen Gesundheit („basic sanity“) aus. Dabei handelt es sich um die Idee, dass alle Menschen zu jeder Zeit das Potential der geistig klaren Momente haben. Möge ein Mensch auch noch so verwirrt, ängstlich oder psychotisch sein bzw. erscheinen – wir sind davon überzeugt: Das Auftauchen aus diesem Zustand ist möglich. Weiter gehen wir davon aus, dass ein psychisch erkrankter Mensch zur Gesundung eine Umgebung braucht, die ihn als ganzen Menschen wahrnimmt und sich nicht nur auf die Behandlung der Krankheit beschränkt. Diese Umgebung ist charakterisiert durch Menschen, die kontinuierliche Beziehungen anbieten und freundliche, klare und mitfühlende Begegnungen ermöglichen. Dadurch entsteht Raum, in dem das wiederkehrende Aufwachen aus der Verwirrung, die „Inseln der Klarheit“, wahrgenommen, eingeladen und gefördert werden können.

Hintergrund

Aus der Zusammenarbeit des amerikanischen Psychiaters Dr. med. E. Povoll mit dem tibetischen Gelehrten Chögyam Trungpa Rinpoche entwickelte sich Anfang der 1980 er Jahre in den USA ein Behandlungs- und Begleitungskonzept, dass inzwischen seit vielen Jahren in der Arbeit mit Menschen mit psychischen Erkrankungen und in psychotischen Lebensphasen sehr erfolgreich umgesetzt wird.

In den USA, Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz sind Windhorse-Organisationen entstanden, die Menschen in ihrem Zuhause oder in therapeutischen Wohngemeinschaften auf ihrer Reise zur Gesundung zu begleiten und unterstützen.

Der Name „Windhorse“ ist der ostasiatischen Mythologie entlehnt und bezieht sich auf das Windpferd als ein Symbol für die Selbstheilungskräfte des Menschen.

Basisbegleitung

Kernstück der Windhorse-Arbeit ist die Basisbegleitung nach Dr. med. E. Podvoll. Sie basiert auf einfach zu erlernenden Methoden, die auf dem wertschätzenden und achtsamen Umgang miteinander beruhen. Windhorse-Begleiter/innen werden in diesen Methoden geschult und angeleitet, um auf der Basis einer wertfreien und akzeptierenden Kommunikation mit den Klienten arbeiten und für sie da sein zu können. Die Schulung der Mitarbeiter/innen beinhaltet sowohl psychosoziale als auch kontemplative Techniken.

Grundsätzlich können diese Methoden der Basisbegleitung aber auch von Angehörigen und Betroffenen erlernt werden. So kann die Windhorse-Arbeit als Prozess verstanden werden, von dem sowohl die Klient/innen als auch die professionell Begleitenden und die Angehörigen profitieren können.

Die Basisbegleitung bezieht sich auf die grundlegendsten und fundamentalsten Elemente des Erlebens von Körper, Geist und seiner Umgebung. Die Methoden der Basisbegleitung sollen es den Begleitenden ermöglichen:

  • Eine offene, annehmende und wertfreie Beziehung und Kommunikation anzubieten und gleichzeitig selbst zentriert und mit der eigenen Wahrnehmung in Kontakt zu bleiben.
  • Impulse zu geben, die es der Klient/in ermöglichen, sich auf reale Objekte im eigenen Leben auszurichten und ihre Umgebung und andere Menschen wahrzunehmen. Dr. med. Podvoll bezeichnet diesen Prozess als die Synchronisierung von Körpers und Geist.
  • Selbst klar zu bleiben um die „Inseln der Klarheit“ bei der KlientIn wahrzunehmen und sich auf diese zu beziehen.
  • Die Gesundheitsgeschichte der KlientInnen ebenso wie die Krankheitsgeschichte anzuerkennen und wertzuschätzen.
  • Über sehr konkrete Aktivitäten des Alltags und die Beziehung mit einem gesunden Gegenüber jenseits von Hierarchien einen Anker zu bieten, an dem sich der Mensch in der Flut seiner Gedanken festhalten kann.
  • Respektvoll und annehmend auf den Menschen mit einer psychischen Erkrankung einzugehen und diesen als Experten in eigener Sache anzuerkennen.

Basisbegleitung bedeutet kurz gesagt: Eine heilsame Umgebung für Menschen zu schaffen, um von einer psychischen Krise zu genesen.

Das bedeutet, dass das Ziel der Basisbegleitung eine Umgebung ist, die bei der Klient/in das Interesse und die Freude an äußeren Eindrücken, Farben, Formen und anderen Menschen wieder weckt. So kann der Wunsch, wieder stärker mit dem Außen in Kontakt zu treten, entstehen und wachsen. Basisbegleitung ist also sehr alltagsorientiert, sehr konkret, sehr erdend: Essen zubereiten, sich selbst pflegen, putzen, sich bewegen, sein Leben ordnen, in Gesellschaft sein und aktiv sein.

Personenkreis

Windhorse Freiburg e.V. begleitet in Freiburg und Umgebung lebende Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung vorübergehend, für längere Zeit oder auf Dauer Unterstützung bei einer selbständigen Lebensführung benötigen und in einer eigenen Wohnung leben wollen. Besteht ein Anspruch auf Eingliederungshilfe können wir unsere Leistung in Form des Ambulanten Betreuten Wohnens im Rahmen des Persönlichen Budgets anbieten. Andernfalls besteht auch die Möglichkeit, die Windhorse-Begleitung als SelbstzahlerIn in Anspruch zu nehmen.

In beiden Fällen wird unsere Begleitung wie eine Dienstleistung bei Windhorse Freiburg e.V. eingekauft. Unsere Klienten sind also unsere Vertragspartner.

Wir arbeiten eng mit Angehörigen, dem Amt für Soziales und Senioren, verschiedenen Kliniken, Ärzten und Therapeuten, Pflegediensten, rechtlichen Betreuern und weiteren am Begleitungsprozess Beteiligten zusammen.

Zusammenfassend können wir unsere Arbeit als prozessorientiert, systemisch, trialogisch und achtsam beschreiben. Die Windhorse-Arbeit erfüllt außerdem die Kriterien eines salutogenetischen Ansatzes.

Das Persönliche Budget

Um Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohte Menschen in ihrer Selbstbestimmung und der gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern oder Benachteiligungen zu vermeiden, hat der Gesetzgeber Teilhabeleistungen vorgesehen. Teilhabeleistungen sind verschiedene Formen von Sozialleistungen, mit denen Menschen mit Behinderung ein möglichst selbstständiges und gleichberechtigtes Leben ermöglicht werden soll.

So können Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung Hilfe zur Bewältigung ihres Alltags benötigen, unter bestimmten Bedingungen Teilhabeleistungen erhalten.

Die klassische Art von Teilhabeleistungen ist die Sachleistung. Hierbei erhält nicht der behinderte Mensch das Geld, sondern vielmehr geht die Leistung an die Einrichtungen oder Dienste, deren Angebote die Betroffenen in Anspruch nehmen können.

Hier ist das Ganze noch einmal bildlich dargestellt:

Sachleistung – das Dreiecksverhältnis

Man sieht deutlich: Bei der Sachleistung wird das Meiste zwischen dem Kostenträger (z.B. Sozialamt, links oben) und dem Einrichtungsträger (rechts oben) verhandelt. Der behinderte Mensch hat dabei eher eine passive Rolle

Das Persönliche Budget wird in der Regel als Geldleistung direkt an den Menschen mit Behinderung ausbezahlt. Es ist keine zusätzliche Leistung, sondern eine neue Form der Leistungserbringung.

Mit der Geldleistung, dem Persönlichen Budget, kann sich der behinderte Mensch als Budgetnehmer die Hilfestellung, die zur Deckung des persönlichen Hilfebedarfs erforderlich ist, selbst einkaufen.

Persönliches Budget: Der Betroffene im Mittelpunkt

Beim Persönlichen Budget rückt nun der behinderte Mensch in den Mittelpunkt. Er ist an allen Verhandlungen entscheidend beteiligt.

Damit werden Menschen mit Behinderung zu Kunden und Vertragspartnern und erhalten mehr Einfluss auf die Art der Leistungserbringung. Durch die Leistungsform des Persönlichen Budgets soll also das Wunsch- und Wahlrecht des behinderten Menschen gestärkt werden.

Im Rahmen der in einem Hilfeplangespräch mit dem Sozialamt vereinbarten Kriterien und Auflagen kann der/die BudgetnehmerIn selbst entscheiden, wann und in welchem Umfang er/sie welche Dienstleistung oder Unterstützung durch welche Person oder Institution bzw. Firma in Anspruch nehmen möchte.

Diese Unterstützung wird wie eine Dienstleistung eingekauft und dann von der BudgetnehmerIn unmittelbar selbst aus dem empfangenen Betrag an den Dienstleistenden bezahlt.

Den Antrag auf Eingliederungshilfe in Form des Persönlichen Budgets kann jeder behinderte oder von Behinderung bedrohte Mensch stellen – gleichgültig welcher Art und Schwere die Behinderung ist.

Auch für Menschen, die das Persönliche Budget auf Grund ihrer Behinderung nicht allein verwalten können, kommt ein Persönliches Budget infrage, denn in diesem Fall kann eine Budgetassistenz diese Aufgaben übernehmen.

Unterstützung

Wir freuen uns über jede Art von Unterstützung, mit der Sie vielen Menschen helfen können.

Ihre Hilfe ganz konkret:

  • Wohnungen für therapeutische Wohngemeinschaften: Für eine WG, in der sich die KlientInnen mit Hilfe von unterstützenden MitbewohnerInnen und externen BegleiterInnen stabilisieren können suchen wir 2-3 Zi.-Wohnungen zu mieten.
  • Berufliche Perspektiven, geringfügige Beschäftigung für unsere Klienten: Wir begleiten und unterstützen unsere KlientInnen auch dabei, beruflich eine Perspektive zu entwickeln und/oder einer leichten, geregelten Tätigkeit nachzugehen. Hierfür suchen wir Praktikumsstellen, geringfügige Beschäftigungsmöglichkeiten wie Prospekte austragen, Gartenpflege u.ä.
  • Ehrenamtliche Begleitung von KlientInnen zur Freizeitgestaltung. Wir suchen sportliche junge Menschen, die Lust haben beispielsweise mit einem Klienten Tischtennis zu spielen oder Ausdauertraining zu machen.
  • Finanzielle Unterstützung durch eine Fördermitgliedschaft im Verein
  • Spenden, die Projekt gebunden, an eine konkrete KlientenIn gebunden oder für die Vereinsarbeit frei verfügbar sein können.
  • Konkret planen wir derzeit folgende Projekte
    • Therapeutische Angebote wie Psycho-, Kunst-, Musik- und Bewegungstherapie
    • Eine Studiengruppe zum Thema psychotisches Erleben und Möglichkeiten der Genesung
    • Beschäftigungsangebot Marktstand
    • Schulung „Basisbegleitung nach dem Windhorse-Konzept“ von BegleiterInnen, Betroffenen, Angehörigen und professionell Interessierten
    • Neuauflage des Buches „Verlockung des Wahnsinns“ von E. Podvoll
  • IT Support im alltäglichen Kampf mit dem PC
  • Aktive Mitarbeit im Verein

Bitte sprechen Sie uns gerne auch direkt an

Telefon: 0761 – 36 88 97 13

Team

Windhorse Freiburg e.V., Verein zur Förderung von psychischer Gesundheit und ganzheitlicher Therapie psychischer Erkrankungen hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung oder Krise Hilfe benötigen auf deren Weg zur Genesung zu begleiten.

Wir sind bürgerschaftlich engagierte und professionelle Menschen aus dem therapeutischen, sozialen und medizinischen Bereich. Einige von uns haben selbst Psychiatrieerfahrung, einige sind Angehörige. Wir alle wünschen uns, die wunderbare Arbeit von Dr. Edvard Podvoll aufzugreifen, zu erproben und weiter zu entwickeln.

Seit 2012 ist der Verein als gemeinnützig anerkannt.

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Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG:

Windhorse Freiburg e. V.
Klarastr. 81
79106 Freiburg

Vertreten durch:

Geschäftsführender Vorstand: Andrea Rühlemann

2. Vorsitzende: Gabi Schüler

Kassenwart: Gregory Stevens

Kontakt:

Telefon: 0761 – 36 88 97 13
E-Mail: info@windhorse-freiburg.de

Registereintrag:

Eintragung im Vereinsregister.
Registergericht: Amtsgericht Freiburg
Registernummer: 700542

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